München – Der Bayerische Tischtennis-Verband (BTTV) reagiert auf die steigenden Belastungen im Spielbetrieb. Ab der kommenden Spielzeit wird für jeden Netzroller und jeden Kantenball eine Gebühr in Höhe von 0,50 Euro fällig. Die Abrechnung erfolgt automatisiert über nuLiga.
Was zunächst nach Abzocke klingt, hat für den Verband einen ernsten Hintergrund. Laut einer aktuellen Studie der „Kommission für faire Sportdynamik“ führen unvorhersehbare Ballabsprünge vermehrt zu psychischem Stress und Frustreaktionen bei den betroffenen Spielern.
Versicherungsschutz und Verletzungsgefahr
„Ein plötzlicher Kantenball zwingt den Gegner oft zu unnatürlichen, ruckartigen Bewegungen, um den Ball noch zu erreichen“, erklärt ein Sprecher des Verbands. Dies führe statistisch gesehen häufiger zu Zerrungen im Lendenwirbelbereich. Die neue Gebühr soll daher zweckgebunden in einen speziellen Versicherungsfonds fließen, der Physiotherapie-Maßnahmen nach „Kantenball-Traumata“ gegenfinanziert.
Digitale Erfassung über nuScore
Die technische Umsetzung erfolgt denkbar einfach:
- In der digitalen Ergebniserfassung (nuScore) wird ein neuer Button „N/K“ integriert.
- Nach jedem Satz müssen die Spieler die Anzahl der Netz- und Kantenbälle bestätigen.
- Die Gebühren werden am Ende der Vorrunde gesammelt per Lastschrift vom Vereinskonto eingezogen.
Fairness-Rabatt
Um den Fair-Play-Gedanken zu fördern, gibt es jedoch eine Ausnahme: Wer sich nach einem Netzroller deutlich entschuldigt und die Hand hebt, erhält über die KI-gesteuerte Kameraerkennung (sofern in der Halle vorhanden) einen Rabatt von 50 % auf die Gebühr.